Beim European Living Room der Europa-Union Bremen am 24. September 2026 im Restaurant Il Blu standen die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin im Mittelpunkt.
Die Vorsitzende Dr. Helga Trüpel eröffnete den Abend mit ihren Thesen zu den Wahlergebnissen. Dabei sprach Sie über die Stärke der AfD, stellte jedoch fest, dass diese nicht die absolute Mehrheit erreichte. Zudem betonte Sie das Zerbröseln der politischen Mitte und die zunehmende Polarisierung in der politischen Landschaft. Diskutiert wurde auch die Frage, wie die liberale Demokratie mit dem politischen Kulturkampf von links und rechts umgehen kann und welche neuen politischen Lösungen angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen notwendig sind.
Die Geschäftsführerin der Europa-Union Bremen Jade Budinger, die gebürtig aus Magdeburg stammt, ergänzte die Diskussion um persönliche Erfahrungen mit AfD-Anhängern in Sachsen-Anhalt und gab damit einen Einblick in die politische Stimmung vor Ort. Die Zustimmung großer Teile der Bevölkerung zur AfD sei deutlich spürbar und wird offen ausgelebt. Die verschärfte Situation macht es Personen, die sich gegen die AfD und für die Demokratie in Sachsen-Anhalt einsetzten, schwer. Auch die Identifikation mit der DDR spielt eine Rolle bei der Ausprägung des Wahlverhaltens.
Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war der Bremer Appell und die damit verbundenen Fragen nach sozialer Gerechtigkeit, Reformpolitik und dem Umgang mit der gegenwärtigen politischen Landschaft. Auch der Umgang mit sozialen Medien und die Diskursbereitschaft in der Gesellschaft wurden besprochen.
Am Ende des Abends blieb die Frage, wie eine gerecht empfundene Reformpolitik angesichts der weltweiten Krisen aussehen könnte. Die Europa-Union Bremen bedankt sich bei allen Teilnehmenden.