„KI – Made in Europe“ – Auf dem richtigen Weg? – Europa-Professionell Expertengespräch

Am 14. Oktober lud die Europa-Union Hauptstadtgruppe Europa-Professionell gemeinsam mit der Niederländischen Botschaft ExpertInnen ein, um das Thema Künstliche Intelligenz im europäischen Kontext zu beleuchten. Diskutiert haben Jörg Bienert vom KI-Bundesverband e.V., die Bundestagsabgeordnete Dr. Anna Christmann, Mitglied der Enquête Kommission KI, Roy Uhlmann, Vorstandsmitglied und KI-Plattformsprecher des Bundesverbandes Deutsche Startups e.V., Philipp Otto, Direktor des Think Tanks iRights.Lab GmbH, und Stefan Koreneef, Koordinator für digitale EU-Wirtschaft & globale Politik im Ministerium für Wirtschaft und Klimapolitik der Niederlande. Moderiert wurde die Diskussion von Daniel Sahl, Director der Agora Strategy Group.

Referenten und Moderator bei der Podiumsdiskussion in der Niederländischen Botschaft. Photo: Europa-Union Deutschland


Bart Sattler, Botschaftsrat für Wissenschaft und Technologie, eröffnete mit Sebastian Gröning-von Thüna, Co-Sprecher von Europa-Professionell, die Veranstaltung. Was genau ist Künstliche Intelligenz (KI)? Wie verändert KI unser Leben? Welche Rolle spielt die Zivilgesellschaft und was hat die EU damit zu tun? Diese und weitere Fragen wurden in der Podiumsdiskussion am Montagabend in der Niederländischen Botschaft Berlin thematisiert. Einig waren sich alle ReferentInnen, dass der Schlüssel zu einer erfolgreichen KI-Entwicklung die Zusammenarbeit auf EU Ebene ist.

Jörg Bienert und Stefan Koreneef wiesen darauf hin, dass die EU eine eigene neue KI-Strategie entwickeln muss, damit sie global wirtschafts- und wettbewerbsfähig bleibt und nicht abhängig von der USA oder China wird. Die Bundestagsabgeordnete Anna Christmann widmete sich vor allem der Rolle der Politik. Dabei berichtete sie von den verschiedenen Arbeitsgruppen innerhalb der Enquête Kommission KI, die sich mit konkreten Vorschlägen in unterschiedlichen Bereichen wie Wirtschaft, Medien oder Gesundheit befassen. Philipp Otto und Roy Uhlmann hoben die Notwendigkeit hervor, eine Balance bei der digitalen Souveränität herzustellen: Einerseits sollte der Staat eine größere Rolle beanspruchen und klare Regelsysteme aufstellen, andererseits müssten gewisse Freiräume in einer menschenzentrierten KI-Ausarbeitung garantiert werden.

Damit wurde die Diskussion zur Frage der Infrastruktur übergeleitet. Nicht nur Geld und Fachkräfte sind Voraussetzungen für KI-Investitionen, so Christmann, sondern vor allem auch die Digitalisierung in Deutschland. Hervorgehoben wurde die elementare Schnittstelle zwischen Forschung und Unternehmen, damit Forschungsergebnisse auch tatsächlich umgesetzt werden. Vor der abschließenden Fragerunde aus dem Publikum wurde über die Rolle der Zivilgesellschaft diskutiert. Das Panel kam zu dem Schluss, dass die Bevölkerung schon im jungen Alter über KI und Digitalisierung gebildet werden sollte, sodass der Mensch stets die Kontrolle über KI behält und Wertesysteme nicht angegriffen werden. Zudem waren sich alle einig, dass durch frühe Aufklärung über KI mehr Diversität in die KI-Entwicklung kommen käme, sodass letztendlich auch die Gender-Disparität verringert werden könne.

Mit dieser Veranstaltung wurde ein Forum für den Austausch mit Experten gegeben, die das schwer greifbare Thema der Künstlichen Intelligenz kompakt darstellten und wichtige Kernfragen divers diskutierten. Auf diese Weise wurden neue Chancen für Wirtschaft, Wohlstand und Gesellschaft in Europa herausgearbeitet sowie mögliche Strategien eines gesamteuropäischen Ansatzes in einer international fairen, transparenten und überprüfbaren KI-Entwicklung identifiziert.

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